St. Petrus und Paulus S t e i n h a u s e n
"Die schönste Dorfkirche der Welt"

Zum virtuellen Rundgang durch die Wallfahrtskirche

Ansicht der sch nsten Dorfkirche der Welt Die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul von Steinhausen wurde bereits zur Zeit ihrer Erbauung als "eine der herrlichsten im ganzen Schwaben-landt" gepriesen. Heute beweisen jedes Jahr Tausende von Besuchern, dass ihr Ruhm die Grenzen des Schwabenlandes längst überschritten hat. Steinhausen gilt als ein Meisterwerk des süddeutschen Rokkoko, das mit seiner Vitalität, seiner naturhaften Gestaltenfülle und seiner heiter-festlichen Stimmung immer von neuem bezaubert. (weitere Bilderbeispiele aus der Kirche)
Die Gründung der ersten Kapelle läßt sich nicht genau datieren, dürfte aber gegen Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts erfolgt sein. Bereits 1275 wird Steinhausen als Wechselpfarrei mit Muttensweiler erwähnt und 1283 erscheint in den Akten auch der Name der Kapelle "Unser lieben Frau".
Die Steinhauser Wallfahrt zählte nie zu den berühmtesten, sondern war mehr von regionaler Bedeutung. Dennoch stieg die Zahl der Pilger an besonderen Festtagen vor allem am Freitag nach Christi Himmelfahrt, dem sogenannten "Dillinger Freitag", auf mehrere Tausend. 
1727 - 1733 wurde unter Abt Didacus Ströbele vom Kloster Bad Schussenried durch die Gebrüder Dominikus (Architekt und Stukkateur) und Johann Baptist Zimmermann (Freskenmaler) die heute noch "Schönste Dorfkirche der Welt" erbaut. 
Die Bedeutung Steinhausens ist groß. Sie wird nicht erfasst, wenn man Steinhausen nur als Vorläufer der Wies-Kirche bezeichnet. Steinhausen ist die erste Kirche ovalen Grundrisses mit Freipfeileranlage. Allein durch Steinhausen wäre Dominikus Zimmermann in die erste Reihe der führenden deutschen Barockbaumeister aufgerückt. Vor Johann Michael Fischer und Balthasar Neumann schuf D. Zimmermann die geniale Verbindung der Freipfeilerhalle mit dem Zentralbau ovaler Prägung. Diese erfolgte in stammlich gebundener Form (voralbergisch-wessobrunnisch). Die Kirche in Steinhausen steht in einem Kraftfeld, das die Wies als Spätwerk klassischer Gestaltung nicht mehr besitzt. 
Wer Steinhausen jedoch nur ästhetisch genießt, geht am Wesen der Kirche vorbei: Theologisch-heils-
geschichtlicher Gehalt und künstlerische Form bedingen und steigern sich gegenseitig. 

Die Form erhält eine geistige Sinngebung,
der theologische Gedanke erscheint in sinnlicher Gestalt.

Das lebendige Zusammenspiel beider Dimensionen entstammt der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den Künstlern und dem Bauherrn, Abt Didacus Ströbele von Schussenried, dem man das theologische Programm der Kirche wohl zuschreiben darf. Dieses Zusammenspiel zeigt sich auch an der Darstellung von ungewöhnlichen Tierstukkaturen zu denen sich vielfältige Blumenstukaturen gesellen.

Weitere Beispiele:
    Widderkopf (23KB)    Eichhorn (10KB)    Specht (7KB)
Elsternest am 1. südl. Oberlicht (8KB)  Vogelstukkatur am 1. nördl. Oberlicht (13KB)  Blick auf Chorraum und Hochaltar  (22KB) 

 

Die Wallfahrt zum Gnadenbild aus dem 
15. Jahrhundert
Das Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert
Das Gnadenbild des 15.Jh. mit barocker Krone vor dem Hochaltarbild
Pieta mit gesamtem Hochaltarbild (74KB)
Der größte Wallfahrtstag (Freitag nach "Christi Himmelfahrt") in der Geschichte Steinhausens wurde der "Dillinger Freitag" genannt. Die Herkunft der Bezeichnung konnte bisher nicht geklärt werden. Das Buch von Kasper/Strache "Steinhausen, Ein Juwel" nennt (Seite 7) Einzelheiten, z.B. 11 bzw. 13 Pilgergruppen. Offensichtlich durch den gleichzeitig stattfindenden Blutritt zu Weingarten hat diese Wallfahrt völlig aufgehört. 

Dafür erfährt die Wallfahrt zu "Unserer lieben Frau" heute ihren jährlichen Höhepunkt am 'schmerzhaften Freitag' dem Fest "Mariä Schmerzen". 
Am Freitag vor Palmsonntag (dieses Jahr Freitag, 27. März 2015)
um 09:30 Uhr feiern hier hunderte Wallfahrer einen Festgottesdienst zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria. 
Hauptzelebrant und Festprediger Weihbischof Dr. Johannes Kreidler

 
  (mitgestaltet vom Kirchenchor Steinhausen-Muttenweiler und dem Orchester St. Peter und Paul)

 



erstellt: 01.03.1998
geändert: 30.05.2015